Kölner Küche für Anfänger und Nicht-RheinländerKölsche und rheinische Leckereien, kulinarisches für den Gaumen08.05.2009 Wilfried Fassbender
Bevor sie Ihre Küche stürmen eine Anmerkung, zu allen Gerichten kann neben den üblichen nichtalkoholischen Getränken nur eine Empfehlung gegeben werden: Kölsch.
Nach dem Genuss gehaltreicher Speisen schwören viele Kölner auf die Verdauungs- fördernde Wirkung eines Gläschens Schabau, zu Deutsch Schnaps. Weinzwang herrscht in Köln eigentlich nur während der Karnevalssitzungen im Gürzenich. Im normalen Leben gibt der traditionsbewusste Kölner fast immer dem "Stängschen", also dem Glas Kölsch den Vorzug. "Halve Hahn" - Roggenbrötchen mit altem Holländer KäseDer Legende nach soll dereinst ein Köbes im Brauhaus dem Gast ein ganzes "Röggelchen", also ein Roggenbrötchen mit Käse vorgesetzt haben. Der Gast soll darauf zum Köbes gesagt haben: "Ääver isch will doch bloß ne halve han". Mit der Teilung des Roggenbrötchens gab es dann ein neues Gericht in der Kölner Küche, eben den "Halven Hahn". Sie brauchen für eine Person: 1 Röggelchen Butter Scharfer Senf 2 dicke Scheiben Mittelalter Gouda 1 kleine saure Gurke 4 Salzstangen Zubereitung des "Halve Hahn"Das Röggelchen halbieren, mit Butter, dann mit Senf bestreichen. Den Gauda auflegen. Die saure Gurke in Scheiben schneiden und zusammen mit den Salzstangen als Dekoration auf dem Teller anrichten. SoleierSie brauchen: 5 – 20 Eier Salzlake So wird es gemacht: Eier hart kochen (ca. 9-10 Minuten), abschrecken, Schalen mehrmals leicht einknicken und etwa 24 Stunden in eine starke Salzlake einlegen. Die Lake soll alle Eier bedecken. Zum Essen werden die Eier geschält, halbiert, das Eigelb wird herausgenommen, mit Senf, Essig, Öl, Salz und Pfeffer mit einer Gabel vermengt und dann wieder in die Eiweißhälften zurückgetan. Man ist die Eier solo. "Kölsche Kaviar" - Blutwurst mit ZwiebelnAls Kölsche Kaviar bezeichnet man Flönz mit Zwiebelringen. Die Wurst wird, manchmal auch gebraten, mit einem Roggenbrötchen, im Rheinland "Röggelchen“ genannt, und mit Butter sowie Senf und einer Gewürzgurke serviert. Dazu wird meist Kölsch getrunken. Der Imbiss ist ein typisches Gericht in Kölner Brauhäusern und Kneipen. Die Herkunft des Namens "Kölscher Kaviar" entstammt dem in der gemütlichen "kölschen Weetschaff" (Bierkneipe) verbreiteten Brauch. Dieses Gericht eignet sich hervorragend für Party-Buffets oder ein schnelles Abendessen. Die "Blootwoosch" heißt mit zweitem Vornamen übrigens "Flönz". Sie brauchen, für eine Person: Blutwurst - Menge je nach Appetit 1 mittelgroße Zwiebel scharfer Senf Zubereitung der Blutwurst mit ZwiebelnBlutwurst in Scheiben, Zwiebel in Ringe schneiden. Alles auf einem Teller anrichten. Einen ordentlichen Klecks Senf und die Gewürzgurke dazu geben. Dazu isst man Röggelchen "Brötchen“ oder frisches Graubrot. Und dazu den Düsseldorfer Löwensenf nicht vergessen. Beueler Kartoffelsalat der SpitzenklasseZutaten: 1 kg fest kochende Salatkartoffeln 125 g fetter Speck 2 Zwiebeln 3-4 Esslöffel feinster Weinessig Salz weißer Pfeffer evtl. etwas Fleischbrühe 1 Gewürzgurke Zubereitung des KartoffelsalatsDie Beueler Mutter schlug jedes Mal die Hände über den Kopf zusammen, wenn ihre jüngste Enkelin, Kartoffelreste in Scheiben schnitt, einen Klatsch "Majonäse“ aus dem Glas darunter rührte und das ihrem Mann als Kartoffelsalat servierte. Ein solches Rezept kam ihr vor wie von den "Mondmenschen“, in der man nur konsumiert und darüber das Genießen verlernt hatte. Die gekochten Pellkartoffeln werden heiß gepellt, in Scheiben geschnitten und in eine Schüssel getan. Der Speck wird in feine Würfel geschnitten und scharf ausgebraten. Essig etwas Fleischbrühe oder Gemüsebrühe, feingehackte Zwiebel, Salz und Pfeffer aufkochen und heiß über die Kartoffel geben, den ausgelassenen Speck mit dem Fett darunter mengen und den Salat an einer Herdecke zum Ziehen warm halten. Dazu isst man gebackenen Fisch, Spiegeleier, Würstchen oder auch Fleisch.
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