Wie macht man einen bayerischen Obatzda?Ein Privatrezept für die beliebte cremige Käsespezialität aus Bayern27.01.2010 Sigrun Hopfensperger
Obatzda - Eine bayerische Spezialität. Hier gibt es die Geheimnisse eines Privatrezeptes: Gute Zutaten, kräftige Handarbeit und viel Liebe.
Gerne wird er im Biergarten zum Bier gegessen, ein Obatzda. Diese Quark-Käsespezialität aus Bayern gibt es selbstverständlich kauffertig im Kühlregal der deutschen Supermärkte zum Mitnehmen. Doch nichts schmeckt besser als ein selbstgemachter Obatzda. Die Autorin gibt hier ihr persönliches Privatrezept preis, mit dem sie ihren Obatzden zur Freude ihres Freundeskreises anfertigt. Allerdings nicht allzu oft, die Herstellung ist nämlich anstrengend. Welche Zutaten werden benötigt?Ein Obatzda hat entweder tausend verschiedene Rezepte, weil jeder sein eigenes Geheimnis mit verarbeitet, oder alternativ ein Allerweltsrezept, das dann auch dementsprechend schmeckt. Für einen originalen Obatzden nach der Hopfenspergerschen Rezeptur benötigt man folgende Zutaten:
Einige Rezepte nehmen statt des Quarks einen Romadur. Das ist Geschmackssache. Mit Quark wird der Obatzde weniger streng im Geschmack. Wie werden die Zutaten verarbeitet?Das Geheimnis der Hopfenspergerschen Privatrezeptur liegt in der knochenharten Handarbeit. Bei diesem Rezept wird der Name der Käsespezialität wörtlich genommen. „Obatzda“ müsste man im Hochdeutschen mit „Angebatzter“ wiedergeben, wobei „batzen“ so viel wie „vermengen“ bedeutet, allerdings in Handarbeit. Das ist genauso ähnlich wie bei kleinen Kindern, wenn sie mit Wonne im nassen Sand „herumbatzen“. Man nimmt also eine Schüssel zur Hand, die stabil und groß genug ist. Man beginnt mit dem ersten Paket Camembert. Der Weichkäse wird in die Schüssel gebröckelt. Nun nimmt man eine Gabel und gibt immer stückchenweise von der weichen Butter dazu. Mit der Gabel wird die Butter nach und nach in den Weichkäse eingedrückt (=gebatzt). Anfangs werden die Weichkäsestücke noch grob sein und die Butter sich nur schwer damit vermengen lassen. Das ist das Anstrengende daran. Mit der Gabel verarbeitet man Butter und Weichkäse so lange, bis eine geschmeidige Masse entsteht. Ist der erste Käse mit der Butter verarbeitet, kann man das zweite Päckchen dazugeben und wie gehabt weitermachen. Hat man nun endlich – mittlerweile kann eine lange, mühevolle Zeit vergangen sein und der Schweiß bereits von der Stirn laufen und die Hand schmerzen – sämtlichen Weichkäse mit der Butter vermengt, so dass die Masse wirklich streichzart ist, fügt man nach Augenmaß Quark hinzu. Der Quark macht die Masse noch lockerer. Man nimmt nur so viel, dass die Masse noch eine feste Konsistenz hat, um sich später zu einer schönen Kugel formen zu lassen, und dabei trotzdem streichzart ist. Das Geheimnis liegt wirklich in der anstrengenden Handarbeit. Wer so etwas noch nie zuvor gemacht hat, wird möglicherweise vorher ermüden, bevor der Obatzde fertig ist. Hier muss man durchhalten. Die Autorin selbst hat für ihr eigenes Rezept mitunter eine gute halbe Stunde gebraucht. Das fällt unter den Begriff „Schwerstarbeit“ und nicht selten möchte man vorher aufhören und sich sagen: „Es reicht schon.“ Doch je länger man beim Kneten durchhält, umso schmackhafter wird der Obatzde. Die fertige Käse-Quarkmasse wird nun gut gewürzt. Zum Würzen braucht man nicht mehr als Pfeffer und Salz, ordentlich Rosenpaprika für die schöne Lachsfarbe und etwas Kümmel für die bessere Bekömmlichkeit. Man sollte einfach zwischendurch abschmecken, bis der Käse die gewünschte Geschmacksnuance erreicht hat. Wie serviert und isst man Obatzden?Den fertigen Obatzden formt man kugelförmig auf einem Holzbrett oder Teller. Anschließend bestreut man die Kugel noch mit Paprika bis dass die Kugel schön bedeckt ist. Man genießt die bayerische Käsespezialität aufs Brot oder zu einer Brez’n. Am besten schmeckt ein Bier dazu oder ein kühles Radler. Es kommt sehr gut, wenn man dazu noch zwei weitere beliebte Biergartenspezialitäten reicht: spiralförmig aufgeschnittener, gesalzener Rettich und kleine Radischen. Obatzda – In Bayern Kult und im Biergarten unverzichtbarBayern lieben ihren Obatzden. Allerdings gehen die Geschmäcker hier auseinander. Die einen lieben ihn, die anderen mögen ihn überhaupt nicht. Wahrscheinlich liegt das an dem strengen Geschmack der Romadur-Variante. Deshalb verzichtet die Autorin in ihrem Rezept komplett darauf und nimmt stattdessen Quark. Diese Variante schmeckt wunderbar cremig, würzig und deftig, ohne dabei streng zu sein. Dieses Gericht ist – abgesehen von der körperlichen Anstrengung – einfach zuzubereiten und benötigt keine teuren Zutaten. Mit wenig Geld kann man eine der beliebtesten bayerischen Spezialitäten zubereiten. Wer weitere Fragen hat, kann gerne seine Fragen per Email an die Autorin stellen. Zuschriften werden garantiert beantwortet.
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