Wie man eine Weißwurst richtig isstBayerische Tradition für Anfänger12.01.2010 Katharina Hamberger
Eine Weißwurst richtig zu essen, ist oft nicht einfach. Mit der richtigen Technik kann man jedoch der Blamage bei einer Einladung zum Weißwurstfrühstück entgehen.
Bayern hat viele Traditionen und Bräuche. Ein solcher kulinarischer ist das Weißwurstessen. Einfach ist es nicht und blamieren kann man sich dabei auch ziemlich. Aber mit ein bisschen Übung lernt ein jeder, wie man das typisch bayerische Gericht richtig genießt. Wichtige Rahmenbedingungen fürs WeißwurstessenEs gibt eine goldene Regel, die lautet: Die Weißwurst darf das zwölf Uhr Läuten nicht hören. Dies heißt nichts anderes, als dass man sie unbedingt vor dieser Uhrzeit essen soll. Grund dafür ist, dass früher die Würste morgens frisch hergestellt wurden und meist nicht länger als bis zum Mittag genießbar waren. Heute ist zwar das Haltbarkeitsdatum nicht mehr so knapp bemessen, aber die Regel ist zur Tradition geworden. Im Gasthaus niemals "ein Paar" Weißwürste bestellen, sondern ausschließlich immer die Stückzahl, bei einem Paar also zwei angeben. Dazu gibt es immer süßen Senf und Brez'n. Und wer es vor Mittag schon verträgt, Weißbier, Radler oder Helles als Getränk. So isst man Weißwurst richtigBei Essen ist die eigentliche Kunst, die Haut der Wurst zu entfernen. Nur ganz Hartgesottene essen sie mit. Das ist aber eigentlich nicht üblich. Um an die reine Füllung zu gelangen, gibt es drei Lösungen: Von besonders ursprünglich bis ausgesprochen elegant. Die erste und auch einfachste Variante ist das sogenannte "Zuzeln": Man nimmt die Wust in die Hand, taucht ein Ende in den Senf fängt von da an die Füllung rauszusaugen. Wer sich die Hände nicht unbedingt schmutzig machen will, der sollte versuchen, eine der beiden folgenden Lösungen zu erlernen. Bei der zweiten Möglichkeit braucht man schon Messer und Gabel: Von einem Ende zum anderen schneidet man die Haut der Weißwurst längs auf und zieht sie dann ab. Wer das nicht mit Besteck schafft, kann auch die Finger zu Hilfe nehmen. Am elegantesten, aber auch am schwersten zu lernen, ist die dritte Lösung: Mit der Gabel sticht man an einem Ende ein (vorsicht, dass die Wurst dabei nicht vom Teller flutscht, denn die Haut ist meist ein wenig widerspenstig), macht dann einen schrägen Querschnitt, der allerdings nicht ganz durchgeht, sondern gerade so weit, dass das Stück noch am letzten bisschen Haut hängt. Anschließend pickt man mit der Gabel mitten in die Füllung dieses Stückes und dreht sie aus der Haut, tunkt das Stück in den süßen Senf und: Guten Appetit. Anschließend gehen die Zinken der Gabel in die Mitte des Inneren der restlichen Wurst. Mit dem Messer schneidet man wieder schräg, und zwar entgegen dem ersten Schnitt, sodass das Stück von oben gesehen ein Dreieck darstellt (wieder nicht bis ganz unten durch schneiden) und dreht es wieder aus der Haut. Üben kann man nicht nur im BiergartenWer zu Hause üben möchte, bevor er sich im Wirtshaus an die deftige Delikatesse macht, kann Weißwürste auch im Supermarkt kaufen. Besser ist es jedoch, sich beim nächsten Bayernurlaub vom Metzger welche einvakuumieren zu lassen. Die halten im Kühlschrank auch länger und schmecken vor allem meistens besser als die aus der Dose.
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